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Brüder und Schwestern

Distanzierter Blick Pavel Schnabels auf die alternde DDR am 28.10.

Elke Hertel, Weimar

"...und dass Kohl jetzt unser Kanzler ist, daran muss man sich erst gewöhnen!": O-Ton Ost, ein paar Wochen nach der Vereinigung, in einer Zeit voller Hoffnungen und Fragen nach der ungewohnten Zukunft. Ein Anlass, auch über die Vergangenheit nachzudenken, über die DDR und ihre Vorgeschichte. Schon im Frühjahr 1988 drehte der Filmemacher Pavel Schnabel in Weimar, freilich nur mit den Bürgern, die von den alles bespitzelnden Behörden sorgfältig ausgewählt wurden, damit sie die Deutsche Demokratische Republik würdig und zuverlässig vor der West-Kamera repräsentieren. Was für ein glücklicher Umstand, dass nach dem Zusammenbruch der DDR gerade diese Protagonisten wieder mitgemacht haben: Eine spannende Betrachtung einer deutschen Wende über Jahre hinweg ist möglich geworden. Der Film zeigt die alte DDR und die Irritation nach dem rasanten Wandel und vermittelt Alltägliches aus den beiden so verschiedenen Welten in atmosphärisch dichten Bildern. Im Anschluss an den Film ein Gespräch mit Elke Hertel, seit 50 Jahren Geschichtslehrerin in Weimar, zu den Dreharbeiten. Eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Weimar unangepasst“ im Stadtmuseum.

ACC Redaktion (17.09.2014)

Dienstag, 28. Oktober 2014, 20:00 Uhr, ACC Galerie
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €

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