<< Rundgang >>

The Politics and Pleasures of Food

Bureau d’études (FR) | Götz Bury (AT) | Mary Ellen Carroll (US) | Rafram Chaddad (TN/IL) | Fallen Fruit (US) | Tom Fecht (DE) |Fernando García-Dory (ES) | Arti Grabowski  (PL) | Laura Junka-Aikio, Pekka Rantanen & Jarno Valkonen (FI) | Jani Leinonen (FI) | Tom Marioni (US) | Rémy Markowitsch (CH) | Lucy + Jorge Orta (GB) | Cooking Sections (GB) | Naufús Ramírez-Figueroa (GT) | Zeger Reyers (NL) | Åsa Sonjasdotter (SE) 

Tom Marioni

Tom Marioni: The Act of Drinking Beer with Friends is the Highest Form of Art, 1970-2014.

*1937, US

Mit dem ihm eigenen trockenen, stillen Humor folgt der Bildhauer und Maler Tom Marioni seiner seit den 1970er Jahren international viel beachteten Überzeugung und Arbeitsweise. Mit der Neuauflage seiner seit Jahrzehnten fortgeschriebenen sozialen Skulptur „the act of drinking beer with friends is the highest form of art“ (1970−2013), dem Akt des gemeinsamen Biertrinkens, vereint er sozial-gesellschaftliche Bedürfnisse des realen Lebens mit seiner Konzeptkunst, ohne jedoch dominierende kulturelle Recherche zu betreiben. Viel mehr soll seine Installation einladen, teilzuhaben an einer wenn auch künstlichen und gleichsam wohlbekannten Philosophie des gemeinsamen Konsums und Genusses, den jeder Betrachter und letztlich Teilnehmer selbst für sich erschließen und erfahren darf. Marioni zwingt keinerlei Urteil darüber auf, wie wir erleben, wozu wir uns einladen lassen: Die Bewertung und Teilhabe obliegt jedem selbst, sei es die Sensibilisierung für den Alkoholgenuss mit all seinen Begleiterscheinungen von geselliger Gemütlichkeit bis hin zum Rausch. Marioni nimmt dabei lediglich die Rolle des stillen, verschmitzten Gastgebers ein, der gleichermaßen Macher und Beobachter ist. So thematisiert der Künstler nicht nur eines der populärsten Genussmittel, das Kulturgut Bier als gängiges, allseits beliebtes Getränk mit langer Tradition, sondern gibt dem Konsum eine wichtige Qualität zurück: das soziale Moment – gespickt mit einer gehörigen Portion Charme, Witz und Lebensfreude.

ACC Redaktion (17.07.2014)