<< Rundgang >>

The Politics and Pleasures of Food

Bureau d’études (FR) | Götz Bury (AT) | Mary Ellen Carroll (US) | Rafram Chaddad (TN/IL) | Fallen Fruit (US) | Tom Fecht (DE) |Fernando García-Dory (ES) | Arti Grabowski  (PL) | Laura Junka-Aikio, Pekka Rantanen & Jarno Valkonen (FI) | Jani Leinonen (FI) | Tom Marioni (US) | Rémy Markowitsch (CH) | Lucy + Jorge Orta (GB) | Cooking Sections (GB) | Naufús Ramírez-Figueroa (GT) | Zeger Reyers (NL) | Åsa Sonjasdotter (SE) 

Bureau d'études

Bureau d’études: Government of the Agro-Food System, 2006. Governing the Agro-Food Industry through Information, 2006. Animal and Vegetable Programming, 2006.

*1998, FR

Seit 1998 sammelt Bureau d’études („Studienzentrum“) Informationen aus öffentlichen Kanälen, um sie zu Organigrammen zusammenzufassen. Was vereinzelt bedeutungslos erscheint, wird in umfassenden Recherchen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu einem Bild höherer Ordnung zusammengefügt. Karten wie „The World Government“, „European Norms of World production“ und „Governing by networks“ bieten Aufklärung über die Machtgefüge und Interessengruppen, die unser Leben beeinflussen. Als Werkzeuge der sozialen Emanzipation und in Abkehr vom Kunstsystem werden diese Karten häufig in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gruppen und Personen erarbeitet und vor allem im Internet und als Massenpublikationen auf Demonstrationen verteilt. In flankierenden Zeitungsprojekten wie „The Laboratory Planet“ werden Hintergründe dargelegt. Die drei Karten, die in der Ausstellung gezeigt werden, sind Teil einer als Atlas angelegten Darstellung des französischen Staates, der über 40 Karten umfasst. Sie zeigen die Verflechtung des Staates mit der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Die agrarwirtschaftlichen Verwaltungsstrukturen, in der – gleich einem stark gegliederten Konzern – jedes Tochterunternehmen von einem fachübergreifenden Amt geleitet wird, haben nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach das bäuerliche Modell der Selbstversorgung abgelöst und eine Abhängigkeit der Produktion von staatlichen Direktiven und dem Weltmarkt erzeugt. Die geoinformationsgestützte sogenannte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und die digitale Landwirtschaft stellten eine zentrale Kontrolle darüber her, ob Flächen subventionsberechtigt sind und wie Umweltschutzmaßnahmen geregelt werden. Der Bauer wurde somit zu einem Arbeiter in einer gigantischen Fabrik, gemanagt von der höchsten Ebene der EU-Administration.

ACC Redaktion (17.07.2014)