Jan Peter Hammer (DE)

Jan Peter Hammers Filme, Videoinstallationen und synchronisierte Diaprojektionen basieren meist auf literarischen Vorlagen. Zwei seiner Arbeiten reflektieren die Konsequenzen eines zunehmend rücksichtslosen Individualismus in der freien Wirtschaft, wie auch die These des Philosophs Bernard Mandeville: Gute Menschen machen aus der Welt einen schrecklichen Ort, da Laster wie Egoismus und Habgier sozialen Fortschritt anregen, während Nächstenliebe zu kollektiver Stagnation und Fehlinvestition führen. Seither hat die Wirtschaftslehre große Anstrengungen unternommen, die ethischen Grundlagen politischer Ökonomie zu vertuschen. In einem von Hammers Videos schleust ein eifriger, junger Experte unwissentlich Mandevilles Überlegungen ein und illustriert einmal mehr Keynes Ausspruch, dass zweckmäßig denkende Menschen, die sich von allen intellektuellen Einflüssen frei glaubten, gewöhnlich Sklaven eines längst widerlegten Ökonomen seien.

ACC Redaktion (08.12.2013)