Wagners Schwanenritter - Märchen oder Krimi?

Lohengrin in schillernden Farben präsentiert uns Mathias Mayer am 3.9.
Lohengrin in schillernden Farben präsentiert uns Mathias Mayer am 3.9.

Mathias Mayer, Augsburg

Friedrich Nietzsche hat von der „blauen Musik“ des „Lohengrin“ gesprochen. Wie viele Farben diese romantische Künstleroper umfasst, das Weiß des Schwans und die schwarze Magie, das Gold des Zaubers und das Blau der magischen Ferne, wird in diesem Vortrag sichtbar gemacht. Dabei geht es nicht zuletzt um den besonderen Status von Wagners Oper. Man hat von deutscher Ideologie gesprochen, aber unter der Oberfläche zeigen sich dann deutlich weitere Farbtöne – so die Nachbarschaft zu Frankreich und seiner „großen Oper“, oder die Nähe zur Antike und ihren mythologischen Stoffen. Vor allem aber wird zu klären sein, ob der verschwundene Bruder Elsas die Oper zu einem Kriminalroman macht, und welche Rollen darin der (vermeintliche) Mord, das Märchen und das Mysterium spielen. Denn Wagner arbeitet mit menschlichen und übermenschlichen Sphären: Der Schwan schillert in mehreren Farben, „Lohengrin“ ist nicht nur eine Oper über einen Künstler, sondern offenbar auch für die Künstler. Und vor allem ist es eine Oper, in der die Un/Möglichkeiten dieser heiklen Kunstform, zwischen Zauber und Wunder, zwischen Künstlichkeit und Glaubwürdigkeit bis ins Extrem ausprobiert werden. Was uns am „Lohengrin“ fesselt, teilen wir mit dem Chor auf der Bühne, das Publikum ist schon mitkomponiert. Mathias Mayer ist Lehrstuhlinhaber für neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg.

ACC Redaktion (26.08.2013)

Dienstag, 3. September 2013, 20:00 Uhr,
Eintritt: 3 € / erm.: 2 € / Tafelpass: 1 €