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When Violence becomes Decadent

Kurator: Shaheen Merali

Ausstellung vom 10.2. bis 5.5.2013

Sarnath Banerjee

Binu Bhaskar 

Rajib Chowdhury

Samit Das 

Natasha de Betak 

Probir Gupta 

Rajkamal Kahlon 

Jitish Kallat

Leena Kejriwal 

Oliver Laric 

Simit Raveshia

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Rajib Chowdhury

Rajib Chowdhury: Mock drill of an encounter specialist, 2012

Über den Künstler selbst und die von ihm gezeigten Grafiken in der Ausstellung "When Violence becomes Decadent"

Korruption ist Teil des politischen Geschäfts. Ihre Versprechungen widerrufen Politiker oft bereits Stunden nach ihrer Wahl. Rajib Chowdhury setzt sich in der Serie «Oath of an Oathbreaker» (Schwur eines Schwurbrechers) mit diesem Thema auseinander. Ein von zahlreichen Mikrofonen umgebener, aufgerissener Mund steht sinnbildlich für all die Politiker, die ihrem Volk den Schwur leisten, ihm zu dienen. Doch die Realität sieht oft anders ausder geleistete Schwur wird zu dem eines Schwurbrechers. Die Bildserie drückt Chowdhurys Meinung dazu aus: Der Politiker schwört gleichzeitig mit der Treue auch, seinen Schwur zu brechen. Nur so lässt sich für den Künstler die Korruption, die in vielen Ländern herrscht, erklären. Rajib Chowdhury sieht sich selbst nicht als politischer Künstler, dennoch haben seine Werke eine eindeutig politische Tiefe und Tragweite.

Das zeigt sich auch in einem weiteren, im ACC ausgestellten Werk Chowdhurys, einem Grafiktriptychon, das an das berühmte «I want you for U.S.Army»-Bildmotiv erinnert, mit dem im Ersten Weltkrieg in Amerika Soldaten angeworben wurden. Doch die im Raum schwebende, auf den Betrachter zeigende Hand ist hier blutverschmiert und mit Fliegen übersät. Deutlicher lässt sich Kritik an Kriegstreiberei kaum in ein Bild fassen.

In einem anderen Werk der Serie löst der zuvor ausgestreckte, auffordernde Zeigefinger einen Revolver aus. Die Aussage liegt auf der Hand: Wer dich auffordert zu kämpfen, kann dich und andere töten. Ein skelettierter, unter der Hand vorbeijagender Hund scheint bereits Opfer der Machenschaften geworden zu sein. Doch jeder kann zu Kanonenfutter werden; Hund, Mensch oder der Betrachter selbst. Denn die namenlosen Drahtzieher scheuen keine Opfer. «Wir sehen weltweit mehr Zerstörung als konstruktive Anstrengungen. Und in dieser Show aus Macht und Supermacht sind die am meisten Betroffenen die unschuldigen Seelen, Kinder und gewöhnlichen Leute. Mir bleibt nur, das, was mich umgibt, in Bilder zu fassen: Krieg, Verluste, Unruhe, Selbstverteidigung, Sicherheitsmaßnahmen.», sagt Chowdhury.

Das letzte Bild der Serie zeigt ein Gehirn, welches von Spürhunden durchsucht wird. Hintergrund der Darstellung ist der Umgang einzelner Nationen und Menschen mit der Informationsflut unseres hochtechnisierten Zeitalters. Wenn Informationen und Daten in das Internet gelangt sind, ist oft nicht mehr zu verfolgen, wozu sie verwendet werden

ACC Redaktion (04.04.2013)