<< Rundgang >>

Die Ideale Ausstellung

23. August 2009 bis 25. Oktober 2009

Jean Jacques Avril (FR) | Guy Ben-Ner (IL) | Knut Birkholz (NL) | Sebastian Brandt (DE) | François Burland (CH) | Fernando Clavería (ES) | Walter Determann (DE) | Tina Fiveash (AU) | Johann Wolfgang von Goethe (DE) | Rodney Graham (CA) | Hancock Shaker Village (US) | Antti Laitinen (FI) | Elysa Lozano (US) | Oneida Community Mansion House (US) | Michelangelo Pistoletto (IT) | François Plée (FR) | Menschenrechtsorganisation PRODEIN (ES) | Christian Gottlieb Priber (DE) | Reiner Riedler (AT) | Karl Hermann Roehricht (DE) | Ho-Yeol Ryu (KR) | Johann Heinrich Wilhelm Tischbein (DE) | Cornel Wachter (DE) | Carsten Weitzmann (DE)

Cornel Wachter

Cornel Wachter: Meine ideale Welt - zimmere ich mir selbst, 2009.
Ortsspezifische Installation für DIE IDEALE AUSSTELLUNG, verschiedene Materialien, Leihgabe des Künstlers.

"… Wollt ihr hoch auf ihren Flügeln schweben, Werft die Angst des Irdischen von euch! Fliehet aus dem engen, dumpfen Leben In des Idealen Reich!"

(aus Friedrich Schillers "Das Ideal und das Leben" von 1795). Schiller legte damit die Fährte zur Installation des Kölners Cornel Wachter "Meine ideale Welt - zimmere ich mir selbst" (ortsspezifische Installation für DIE IDEALE AUSSTELLUNG, 2009). Wachter schuf einen Raum, in dessen Zentrum er den Künstler (sich) selbst positioniert, geschützt durch einen groben Baustellenzaun, gegen Unbill von Außen abgeschottet von so viel ungesunder Anpassung und Wirklichkeitsverzerrung, die weite Teile der Gesellschaft befällt und innerlich aushöhlt. In diesem zusammengezimmerten Refugium arbeitet Wachter daran, von ihm für die Menschheit und die Natur als gute Impulse erfahrene Bewegungen zu fördern, sich diese anzueignen und zur Hellung seiner Stimmung zu nutzen. So zog er über die Jahre eine Palisadenwand hoch, hinter der er nicht nur Schutz suchte, sondern von wo aus er sein ganz eigenes Gutes züchtet, austrägt, pflegt und verbreitet. Der Künstler ist der Bienenkorb in der Mitte seines behelfsmäßig zusammen gezimmerten, fragilen Gebäudes. Er arbeitet ohne Unterlass an Produkten nach Bauart seiner Ideale für eine glücklichere, sich untereinander mehr liebende Menschheit, welch wundervoller Honig. Und wenn er auf seine eigene Art energetisch aufgeladene Substanzen zusammengeführt, zusammengerührt hat, dann steigt er auf, dieser süße Geruch des Guten. Durch die Gucklöcher der Bretterwand seiner Lebensburg fliegen also keine Steine, Kanonen oder Pistolenkugeln, sondern soll immer "fumata bianca" als Rauchzeichen für eine gute Lösung aufsteigen.

Marko Meister (17.09.2009)