Bodo Korsig (DE)

Holzschnitte | 19. Oktober bis 15. November 1991

Inkognito | 18. September bis 21. Oktober 1993
Suchen und Zerstören | 22. Dezember 1995 bis 11. Februar 1996
wir waren die neue horde | 09. Oktober bis 28. November 1999

Bodo Korsig (DE)

Skulpturen

In Korsigs erster ACC-Ausstellung Holzschnitte (1991) dominierten die großen Holzschnitte
Lass deinen Drachen steigen (1990), Unsereinem ist wie weinen, aber warum weinen,
Linientreu, Skrupellosigkeit, Der Trieb (alle 2 x 1 m, 1991). Ihre komplexen, maschinenartigen
Formen, gedruckt aus zugesägten, schwarz gehaltenen Holzplatten, verwuchsen zu abstrakten
Vielgestalten, die sich als Druckstöcke Anfang und Ende (1991) im Dreidimensionalen fortsetzten.
Auch für Inkognito (1993) verfremdete Korsig die traditionelle Holzdrucktechnik, nutzte
Holzkisten, Dielen, Schranktüren, aus denen er flächige, chiffren- und hieroglyphenhafte
Formen sägte, die eingefärbt und per Hand, Falzbein, Presse oder Dampfwalze auf Papier oder
Leinwand ab gezogen oder zu Skulpturen kombiniert wurden. Die Lehne eines Holzstuhles, der
Wandschatten eines Plastikkleiderbügels oder die gedrehten Stränge eines Stahltaues waren
Formen, die Korsig unterwegs sammelte und in sich «gedeihen» ließ, bis deren Filtrat als Werk
in Suchen und Zerstören (1995) scheinbar die verborgene Kommunikation der Dinge untereinander
– mitunter auch als Tentakeln, Pflanzenkeime, Blutkörperchen – in den Leinwänden
Vangelis 1492 (1995), den Serien Seelenwanderung (1995) und Rückerinnerung (1995) oder
der Skulptur LAISSER-PASSER (1995) zu entschlüsseln suchte. wir waren die neue horde (1999)
mit Korsigs erstem Holzschnitt-Künstlerbuch zu den wortgewaltigen, lyrischen Texten von
Scardanelli rief – deutungsoffen und verrätselt – Assoziationen zu Gewalt, Aggression und
Tod wach. Sein Künstlerbuch Letter from Marina (1999) hatte er mit John Yau erarbeitet.