Cilia ist tot – Cilia é mor

Franco Cilia (IT)

06. Juli bis 03. August 1991

Co-Veranstalter: «Italienische Tage in Weimar» der DIGIT (Deutsch-Italienische Gesellschaft in Thüringen)

Franco Cilia (IT)

Von Franco Cilia gestaltete ACC-Gästebuchseiten

Franco Cilia propagierte und zelebrierte in seinem Bilderzyklus Cilia ist tot, entstanden 1990 – 91, auf höchst sinnliche Weise den «Tod des Autors». Ein Tod, notwendig für Cilias Überleben. Dabei war er es in seinen Gemälden oft «selbst, dem das Entsetzen ins Gesicht geschrieben stand, als wolle er die Zerstörung nicht abwarten, sondern selbstzerstörerisch ans Werk gehen, sich malend alle Angst- und Horrorvisionen aus dem Kopf treiben, um so für das Schreckliche gewappnet zu sein.» (Christiane Vielhaber). Gründe für seinen «Todessturz» waren, wie er selbst sagte, seine Beziehung zu Frauen, soziale und gesellschaftliche Prob leme und seine Liebe zum ehrlichen und wahrhaften Schaffen. Möglich, dass der sizilianische Künstler «der Bühne, der Feder und des Pinsels» mit seinem propagierten Ende die Kontrolle über die eigenen schöpferischen Fähigkeiten in Zweifel zog oder seine Intentionen und deren Bedeutungen aufgab, um durch Ableben erst die «Geburt des Betrachters» und seiner Interpretation zu ermöglichen. Dem wiederum sprangen zuerst mystische und dämonische, schmerzverzerrte Gesichter mit weit aufgerissenen Augen entgegen. Tatsächlich schaute man angesichts jener zwanzig Groß- und Mittelformate in den Abgrund des Todes. Später, in Anbetracht der Details, spürte man aber auch den Hilferuf, die Angst vor Grausamkeit und Gewalt, die Trauer und die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, die diesen Gemälden innewohnte. Der Zyklus führte vom Todessturz über den qualvollen Tod bis hin zur Aufl ösung im letzten Bild, das einen optimistischen Blick vom Traum und Wiedererwachen erkennen ließ.