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Mit krimineller Energie - With Criminal Energy (2013)

Internationales Atelierprogramm der ACC Galerie und der Stadt Weimar (seit 1994)

Contact/Kontakt: studioprogram@acc-weimar.de

Pressemitteilung der Stadt Weimar, 15.10.2012

Erste Stipendiatin ist die US-Amerikanerin Nathania Rubin, Jahrgang 1978, (Februar - Mai 2013) gefolgt von Nikolai Nekh, 1985 in der Sowjetunion geboren und im portugiesischen Vila Franca de Xira lebend (Juni - September 2013) sowie der US-Amerikanerin Caitlin Baucom, Jahrgang 1984 (Oktober 2013 - Januar 2014) aus New York.

Protagonistin der detailreichen handgezeichneten Animationen Nathania Rubins ist nicht selten eine von Anne Frank inspirierte und mit einigen Zügen der Künstlerin selbst ausgestattete Frau, die in einem Gespräch u.a. auf Sigmund Freud trifft. Dabei entsteht eine Welt zwischen Ernst und Frivolität, zwischen Tragödie und Hoffnung. In Weimar will Rubin das Potenzial untersuchen, das in einem Mörder und seinem Opfer ruht. Zugleich geht es – am Beispiel des amerikanischen Serienmörders Ted Bundy – darum, wie es ist, mit dem Geheimnis und Bewusstsein zu leben, eine zweite Persönlichkeit als Mörder zu haben. Dazu werden großformatige Tafeln mit Texten, Bildern und Animationen entstehen.

"Kunst und Kriminalität" betitelt Nikolai Nekh seine Arbeit, die er in Weimar schaffen wird. Dieser Titel könnte auch das Gesamtwerk des Künstlers umschreiben. Eine seiner letzten Arbeiten basiert auf dem Text eines Fotojournalisten, der – um über aktuelle Vorfälle und Geschehnisse informiert zu sein – den Polizeifunk abhört. Die auf diese Weise entstandenen Fotos verkauft er an Zeitungen und verdient damit seinen Lebensunterhalt. In Weimar wird Nikolai Nekh mit der Reportagefotografie arbeiten, indem er Details aus Tatortfotos extrahiert, ihrem Kontext entzieht und mit neuen Arrangements neue Geschichten entstehen lässt.

Die Performance-Künstlerin Caitlin Baucom versucht, die Grenzen der klassischen Liebesbeziehung und der Geschlechterrollen entgegen einem kleinbürgerlichen Bild von Liebe, Sex und Zufriedenheit neu zu definieren. In Weimar wird sie mehrere kurze Videos drehen, bei denen sie folgenden Fragen nachgeht: Wo liegen die Grenzen der Toleranz? Wieweit kann ich genießen? Gibt es selbst in der Fantasie Grenzen? Wo finde ich Angst? Wo beginnen die Grenzen der Sprache meiner Gesellschaft?

ACC Redaktion (03.08.2014)